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Poker-Glossar VI

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Scare Card - "Angstmacher". Eine Gemeinschaftskarte oder offene Karte, die das Potenzial hat, das Blatt eines Gegners deutlich zu verbessern. Ein Beispiel: Sie haben T-8 und im Flop kommt Q-J-9 - was bedeutet, das Sie zu diesem Zeitpunkt das wahrscheinlich beste Blatt halten. Eine T als nächste Karte wäre dann eine echte "Scare Card", da Ihr Blatt nun so gut wie geschlagen ist - denn schon ein einzelner König bzw. zwei Karos auf der Hand eines Gegners schlagen Ihren Straight.

Second Pair - auch "Middle Pair" genannt. Ein Paar, das eine Ihrer Startkarten mit der zweithöchsten Karte auf dem Flop zusammen bildet. Ein Beispiel: Sie halten A-T und der Flop bringt K-T-6. Damit haben Sie das "Second Pair" gefloppt.

Sell - auch "to sell a hand" (eine Hand anbieten) genannt. Ein sehr starkes Blatt mit mäßigen Einsätzen spielen, damit die Gegner nicht passen, sondern mitgehen - und so mehr Geld in den Pot einzahlen.

Semi-Bluff - "Halber Bluff". Ein äußerst wirkungsvolles Konzept, das ursprünglich von David Sklansky definiert wurde. Ein Semi-Bluff beinhaltet einen Einsatz (oder eine Erhöhung), von dem Sie hoffen, dass er die anderen Spieler zum Passen veranlasst. Sollte aber jemand mitgehen, bleiben Ihnen dennoch einige "Outs". Ein Semi-Bluff kann sich dann lohnen, wenn weder ein "Value Bet" noch ein reiner Bluff korrekt wären, eine Kombination von beidem aber zu guten Gewinnchancen führt. Ein Beispiel: Sie haben K-Q und der Flop bringt T-5-J. Wenn Sie nun einen Einsatz bringen, wäre dies ein typischer Semi-Bluff. Wahrscheinlich haben Sie momentan nicht das beste Blatt und würden es gern sehen, wenn alle Gegner passen. Sollte dennoch jemand mitgehen, bleiben Ihnen aber theoretisch noch genügend Karten im Stapel, die Ihr Blatt zum besten Blatt aufwerten können.

Set - Ein Drilling, gebildet aus einem "Pocketpaar" und einer Gemeinschaftskarte.

Short Stack - "Kleiner Stapel". Der Spieler am Tisch, der den kleinsten Chipstapel hat.

Showdown - Aufdecken der Karten am Ende einer Spielrunde. Alle Spieler, die zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel sind, drehen ihre Karten um (angefangen beim Spieler links vom "Dealerbutton"), um den Sieger zu ermitteln. Wenn jemand in der letzten Setzrunde allerdings einen Einsatz bzw. eine Erhöhung bringt, mit der kein anderer Gegner am Tisch mitgeht, kommt es natürlich nicht zum "Showdown".

Side Pot - "Nebenpot". Ein "Side Pot" wird immer dann gebildet, wenn ein Spieler All-in ist mit seinen Chips, aber nicht mit dem letzten Einsatz bzw. der letzten Erhöhung gleichziehen konnte. Er spielt dann nur noch um den "Main Pot" (Hauptpot), wohingegen die anderen um sowohl den Hauptpot als auch den Nebenpot weiterkämpfen.

Slow Play - "Verhaltenes Spiel". Ein Spieler spielt in den ersten Setzrunden sehr verhalten, obwohl er ein sehr starkes Blatt hat - um dadurch möglichst viele Spieler im Pot zu behalten.

Small Blind - Der kleinere der beiden Pflichteinsätze, die typisch für Texas Hold'em sind. Siehe auch "Blinds" und "Big Blind". Im Allgemeinen beträgt der Small Blind ein bis zwei Drittel eines Einsatzes der ersten Setzrunde.

Smooth Call - Ein "Smooth Call" ist ein einfacher "Call" mit einem Blatt, mit dem man eigentlich erhöhen könnte. Die Absicht ist, viele Spieler im Pot zu halten: "Ich habe den Nut Flush gefloppt, aber nur einen Smooth Call gebracht, nachdem der Typ vor mir gesetzt hat - ich wollte niemanden aus der Hand verjagen."

Split Pot - "Geteilter Pot". Ein Pot, der zwischen zwei oder mehr Spielern geteilt wird, die beim Showdown alle ein gleichwertiges Blatt haben.

Split Two Pair - Wenn jede der Startkarten mit einer Gemeinschaftskarte ein Paar bildet. Ein Beispiel: Sie haben 7-9 auf der Hand und der Flop bringt 7-9-K.

Spread limit - Eine Einsatzstruktur, bei der ein Spieler in jeder Setzrunde einen frei wählbaren Betrag setzen kann - solange dieser innerhalb eines vorgegebenen Einsatzbereichs liegt. Eine typische Spread-Limit-Struktur wäre z.B. 2-6, wobei jeder Spieler in jeder Setzrunde mindestens 2 und höchstens 6 Chips setzen kann.

Straddle - Ein zusätzlicher Pflichteinsatz, der meist doppelt so hoch ist wie der "Big Blind" und vom Spieler links neben dem Big Blind entrichtet werden muss. Der Straddle ist im Grunde eine Erhöhung und zwingt jeden Spieler, der sich an der Hand beteiligen will, mindestens zwei Einsätze zu zahlen. Dazu kommt, dass der "Straddler" als letzter Spieler vor dem Flop an der Reihe ist - und seinerseits erneut erhöhen kann.

String Bet - "Einsatz in mehreren Abschnitten". Ein Einsatz (meist eine Erhöhung), bei der ein Spieler die Chips für seine vorher deklarierte Erhöhung in zwei oder mehr Abschnitten in den Pot legt. Hat er vorher nicht angesagt, was er zu tun gedenkt (ob er mitgeht oder erhöht), kann diese Erhöhung vom Dealer annulliert werden und nur ein Mitgehen erlauben. Dieses Verbot von "String Bets" beugt der Unsitte mancher Spieler vor, erst einmal mal nur genügend Chips für einen Call in die Mitte zu schieben, dabei den erzielten Effekt zu beobachten und dann womöglich durch das Nachschieben von Chips zu erhöhen.

Suited - Karten gleicher Farbe. Der Ausdruck wird häufig benutzt, wenn die Startkarten beim Texas Hold'em von derselben Farbe sind. Ein Beispiel: "Ich hatte J-3 suited - ich musste einfach callen."

Poker-Glossar mit freundlicher Genehmigung von Lee Jones (aus "Winning Low-Limit Hold'em").


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