Egal, ob Sie einen Poker-Stream bei Twitch verfolgen, einem Poker-Podcast lauschen, den Kommentatoren bei einem Live-Event zuhören, oder ein erfahrener Spieler führt Sie durch eine Hand-History: Regelmäßig werden Sie mit Poker Begriffen konfrontiert, mit denen Sie nicht das Geringste anfangen können.

Dieser Typ hat einen hohen VPIP und nach seinem Openraise gab es zwei Caller, die beide Nits waren. Ich war card dead, wache aber mit einem Monster auf und entscheide mich für ein Squeeze Play. Alle callen, aber ich weiß, dass sie ICM beachten müssen. Ich floppe nichts, aber das Board ist wet und ich habe Blocker zu den Nuts, also semi-bluffe ich in der Hoffnung auf Hero Folds …“

Poker-Jargon kann äußerst verwirrend sein, wenn man mit der Terminologie nicht vertraut ist.

Aus diesem Grund haben wir ein Glossar zusammengestellt, um ein paar der schwierigsten Poker Begriffe zu erläutern.


Angle Shooting

Angle Shooting beschreibt unmoralische Verhaltensweisen am Poker Tisch, mit der Absicht, den Gegner hinters Licht zu führen. Denkbare Angles: Entscheidungen treffen, obwohl man weiß, dass man nicht an der Reihe ist. Oder so tun, als ob man callen oder checken will, um eine Reaktion beim Gegner zu provozieren. Oder am Live-Tisch Chips verstecken, um die eigene Stacksize zu verschleiern.

Backdoor

Von einem Backdoor Draw ist die Rede, wenn ein Spieler Hilfe am Turn und River benötigt, um eine Hand zu vervollständigen. Ein Beispiel: Auf einem 2♣6♥J♠ Flop haben Sie K♣Q♣ vor sich liegen. Sie haben zwei Overcards und einen Backdoor Flush Draw sowie einen Backdoor Straight Draw. Mit anderen Worten: Ein Kreuz am Turn würde Ihnen einen Flush Draw bescheren, ein Ass oder eine Zehn hingegen einen Straight Draw. *siehe auch: Runner-Runner

Blocker

Blocker sind Karten, die bestimmte Hände beim Gegner blocken – sprich die Wahrscheinlichkeit senken oder es unmöglich machen, dass ein Gegner eine bestimmte Hand hat. Wenn Sie auf einem 2♣7♣Q♣ Flop A♣4♠ haben, blocken Sie mit Ihrem A♣ die Möglichkeit auf den Nut Flush beim Gegner. Mit 10♠10♦ auf einem 2♣7♠8♦9♥K♦ Board blocken Sie die Nuts (Bube-Zehn), wobei es nicht unmöglich ist, dass der Gegner die Straight hat. Die Wichtigkeit von Blockern zu verstehen, ist essenziell für jede Poker Strategie.

Brick and mortar

Mit „brick and mortar“ werden vor allem im englischsprachigen Raum real existierende Casinos von Online Casinos getrennt. PokerStars ist ein Online-Pokerraum. Das Bellagio in Las Vegas ist hingegen ein nicht virtueller Pokerraum.

Das Casino Barcelona besteht aus „Ziegel und Mörtel“ und ist ein lokales Casino.

Bum Hunter

Als Bum Hunter sind Spieler verschrien, die ausschließlich gegen Gegner spielen, die sie als viel schwächer einschätzen. Bum Hunter warten gezielt darauf, dass sich schwache Gegner an einen Tisch setzen, bevor sie selbst Platz nehmen.

Card dead

Den Kartentod stirbt man beim Pokern, wenn man lange Phasen am Tisch durchstehen muss, ohne eine starke oder spielbare Starthand ausgeteilt zu bekommen.

Chase

Bei einem Chase verbleibt man mit einem Draw – etwa einem open-ended Straight Draw – in der Hand, obwohl man nicht die Pot Odds erhält, um den Call zu rechtfertigen. Im Prinzip ist es eine Sunk Cost Fallacy. Diese Denkweise hält Menschen davon ab, eine Strategie abzuändern, selbst wenn ein Kurswechsel – in diesem Fall ein Fold – von Vorteil wäre. Der Grund: Man hat zu viel investiert, möglicherweise auch emotional, um der Hand jetzt den Rücken zu kehren.

Chip Dumping

Chip Dumping beschreibt eine unethische und verbotene Strategie, bei der ein Spieler mit Absicht Chips an einen anderen Spieler – meist an einen Freund oder jemanden, den man finanziell beim Pokern unterstützt – verliert. Absprachen dieser Art werden als Collusion gewertet und ziehen online eine Account-Sperre nach sich.

Crossbook

Crossbooks sind Wetten zwischen zwei Spielern, die das gleiche Event spielen. Bei Turnieren schuldet normalerweise der Spieler, der weniger gewonnen hat, der anderen Personen die Differenz zwischen den Gewinnen. Bei Cashgames werden die Resultate einer Session oder eines Zeitraumes verglichen. Ein Beispiel:

  • Tom und Diane einigen sich auf eine 20 % Crossbook Wette beim EPT Main Event
  • Tom gewinnt €10.000
  • Diane gewinnt €40.000
  • Tom schuldet Diane €6.000
  • (€40.000 – €10.000 = €30.000)
  • (20 % von €30.000 = €6.000)

Donk Bet

Bei einer Donk Bet platziert ein Spieler, der auf der vorherigen Street nicht der Aggressor war, einen Einsatz ohne Position. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Der Button openraist vor dem Flop, der Big Blind verteidigt. Nun setzt der Big Blind sofort am Flop, ohne zu checken. Dies wäre eine Donk Bet.

Hero Fold

Bei einem Hero Fold entledigt sich ein Spieler einer starken Hand, mit der er normalerweise callen würde, weil er annimmt, dass die gegnerische Hand noch stärker ist. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Sie Under the Gun mit 100 Big Blinds und K♦K♥ openraisen. Der Cutoff entscheidet sich für eine 3-Bet. Als nächstes schreitet der Button zur 4-Bet und der Spieler im Small Blind – der bis zu diesem Zeitpunkt extrem tight gespielt hat – entschließt sich zum 5-Bet-Shove für 100 Big Blinds. Wenn Sie glauben, dass der Small Blind so nur mit einem Paar Assen spielen würde, sehen Sie sich mit Ihren Königen womöglich zum Hero Fold gezwungen.

Manchmal muss man einen Hero Fold hinlegen

ICM

ICM ist die Abkürzung für „independent chip model“. Dieses Modell weist jedem Chipstack eines Turniers einen monetären Wert zu. Hält man sich an ICM, verändert sich die Spielweise, je weiter man im Turnier voranschreitet. Ziel ist es, die eigenen Entscheidungen zu optimieren und so viel Geld wie möglich zu gewinnen. Wenn Sie zum Beispiel an einem Final Table sitzen und ein Stack sehr viel weniger Chips hat als Sie, verlangt ICM, dass Sie extrem vorsichtig agieren, bis der Stack aus dem Spiel ist. Aus ICM-Sicht wäre es verheerend, den nächsten Preisgeldsprung zu verpassen.

LAG

LAG steht ausgeschrieben für loose-aggressive. Mit dem Begriff werden Spieler beschrieben, die viele Starthände spielen (loose) und dabei aggressiv vorgehen, häufig Druck auf Gegner ausüben und Kontrahenten an die Wand spielen.

Mechanic

Mechanics (oder Card Mechanics) sind beim Pokern Betrüger, die die Karten manipulieren, um sicherzustellen, dass entweder sie selbst oder ein Komplize eine starke Hand ausgeteilt bekommen. Häufig mischen Mechanics falsch (tatsächlich gibt es keinen Mischvorgang – die Karten werden lediglich in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet), oder sie teilen die Karten von unten aus (Base Dealing genannt).

Nit

Eine Nit ist ein übertrieben tighter Spieler, der nur sehr starke Starthände spielt und auf Druck mit der schnellen Aufgabe der meisten Hände reagiert. Nits scheuen jedes Risiko.

Nuts

Als Nuts wird die jeweils bestmögliche Hand bezeichnet. Wenn Sie auf einem 6♥7♠8♣ Flop beispielsweise 9♦10♣ vor sich liegen haben, ist Ihre Straight die bestmögliche Hand. Mit anderen Worten: Die Nuts.

RFI

RFI steht für „raise first in“. Der RFI-Wert eines Spielers gibt an, wie oft ein Spieler bereitwillig mit einem Openraise in den Pot einsteigt. Die RFI-Range beschreibt die Range an Händen, mit denen ein Spieler openraisen sollte/könnte.

Runner-Runner

Zu einem Runner-Runner kommt es beim Pokern, wenn eine Hand mit perfekten Karten auf Turn und River gebildet wird. Gehen wir zum Beispiel davon aus, dass Jon auf einem 2♣3♥10♦ Flop mit 9♦9♣ All-In geht. Anne callt ihn mit 10♣10♥. Jon benötigt in dieser Situation sowohl auf dem Turn als auch auf dem River eine Neun („er braucht Runner-Runner“). *siehe auch: Backdoor

Satellite

Ein Satellite ist ein Poker Turnier, bei dem das Preisgeld ein Entry-Ticket für ein anderes Turnier mit höherem Buy-in darstellt.

Semi-Bluff

Bei einem Semi-Bluff setzt oder raist ein Spieler mit einer Hand, die sich auf einer späteren Street mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit verbessert (sprich sie hat viel Equity). Gegenwärtig ist die Hand schwach und meistens hinten. Semi-Bluffs werden platziert, um stärkere Hände zum Folden zu zwingen. Sie sollen den Pot sofort gewinnen, ohne den Draw erst treffen zu müssen.

Starke Flush Draws eignen sich besonders gut als Semi-Bluff

Squeeze

Bei einem Squeeze Play oder einer Squeeze Bet bringen Sie ein Raise an, obwohl zwei oder mehr Spieler bereits in den Pot eingestiegen sind. Wenn es zum Beispiel ein Openraise und zwei Caller gab, könnten Sie mit einem Squeeze (also einem großen Raise) den Pot an sich reißen. Häufig ist man bei einem Squeeze gar nicht auf Action aus. Stattdessen will man den Pot ohne Gegenwehr einheimsen.

VPIP

VPIP steht für „voluntary put money in pot“. Ihr VPIP-Wert veranschaulicht prozentual, wie häufig Sie bereit sind, vor dem Flop Geld in den Pot zu werfen (die Blind-Einsätze werden nicht gezählt). Mit dem VPIP lässt sich einschätzen, wie loose oder tight ein Spieler agiert.

Wet Board

Im Falle eines Wet Boards lassen die Community-Karten in der Mitte eine Vielzahl verschiedener Poker Hände zu. Zum Beispiel ist ein 2♠7♥Q♦ Flop eher dry (= trocken), da keine Straight Draw oder Flush Draws zu erkennen sind. Selbst Two Pairs sind schwierig zu treffen. Umgekehrt ist ein 9♣10♣J♠ Flop das Paradebeispiel eines Wet Boards (= nass), weil es etliche Draws bereithält und mehrere Straights vorstellbar sind.

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